Eltern für Kinder e.V. Staatlich anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle
Eltern für Kinder e.V.Staatlich anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle

Rosemary Taylor

Rosemary Taylor wurde bekannt durch ihre Evakuierungsaktion vietnamesicher Kinder am Ende des Vietnamkriegs. Bis heute kümmert sie sich um Waisenkinder in Kambodscha und Thailand.

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Rosemary Taylor war im Februar 1967 eigentlich als kirchliche Sozialarbeiterin von Australien nach Vietnam gekommen, um im Flüchtlingsdienst zu arbeiten. Als sie dann aber das große Leid und Sterben von so vielen Kriegswaisen sah, verließ sie ihre Anstellung und begann freiwillig im Heim „Phu My“ zu arbeiten, wo 1500 Menschen Zuflucht gesucht hatten. Das sollte ihr neues Zuhause für die nächsten acht Jahre werden. Sie begann, einer Schweizer Krankenschwester bei der Organisation von Adoptionen von einigen Waisenkindern an europäische Familien zu helfen.

 

Im Zuge dieser Arbeit besuchte sie viele andere Waisenhäuser in Saigon und den Provinzen und begann das Ausmaß des Problems der verlassenen und verwaisten Kinder zu realisieren.

 

Sie begegnete hunderten Babys ohne Identität und ohne Zukunftschancen. Es kamen immer mehr Babys dazu, und die vietnamesischen Ordensschwestern konnten trotz aller Bemühungen der Vielzahl der Babys nicht gerecht werden. Diese litten massiven Mangel an Zuneigung, Pflege, Aufmerksamkeit und Fürsorge. Rosemary hatte instinktiv das Bedürfnis, möglichst viele dieser Babys aus dieser erbärmlichen Lage herauszuholen und sie als wichtigste Maßnahme in liebevolle Familien zu vermitteln.

 

1968 gründete Rosemary Taylor zusammen mit einer spanischen Krankenschwester ihr erstes eigenes Kinderheim "To Am" ("warmes Nest"), wo sie trotz der rattenverseuchten Gegend die notwendigen hygienischen und pflegerischen Voraussetzungen für das Überleben der verlassenen Neugeborenen schaffen konnten.

 

Bis 1972 führte sie zusammen mit circa 400 Helfern drei Heime, aus denen sie allein im Jahr 1972 über 500 Kinder vorwiegend mit Hilfe von Terre des hommes in die Schweiz, nach Deutschland, Frankreich , Belgien und Luxemburg vermittelte.

 

Von 1968 bis 1972 platzierte sie 1132 Waisen in vorwiegend europäische Familien.

 

1974 erhielt die Organisation den offiziellen Namen "Friends for all children" (FFAC).

 

Obwohl Rosemary Taylors Bemühungen vorwiegend von Freiwilligen und knappen Spendenmitteln getragen wurden, wuchs die Organisation weiter. 1973 waren zwei weitere Einrichtungen eröffnet worden.

 

Adoptiveltern wurden als Teil des Kinderrettungsteams angesehen, und die Adoptionsgebühren beschränkten sich auf die Verfahrenskosten.

 

Ohne Rosemary Taylors einfachen, geradlinigen, autokratischen und absolut selbstlosen Führungsstil wäre die ganze Organisation vermutlich zusammengebrochen. Ihre bemerkenswerte Lebenseinstellung, ihre mutige, atemberaubende, risikobereite und geradezu diktatorische Art hielten die Fäden dieses höchst komplexen Unterfangens zusammen.

 

Anfang des Jahres 1975 wurde klar, dass Saigon bald fallen würde, so dass die Evakuierung der zur Adoption stehenden Kinder dringlich wurde. Zu diesem Zeitpunkt betreuten circa 400 Einheimische und 15 ausländische Schwestern in einem Schichtsystem ungefähr 600 Kinder. Sollte sich die Lage verschlechtern und dadurch die einheimischen Hilfskräfte nicht mehr zur Arbeit kommen können, wäre die Versorgung der Kinder unmöglich. Schon rein physisch wäre es nicht möglich, so viele Kinder zum Flughafen zu transportieren. Es war also klar, dass die Evakuierung der Kinder deutlich vor dem Fall Saigons und der damit verbundenen Nahrungsmittel- und Medizinknappheit und auch vor dem von Flüchtlingsströmen verursachten Zusammenbruch des Transportwesens stattfinden müsse. So wurde umgehend die Evakuierung geplant. Der Versuch, ein Flugzeug zu chartern, blieb jedoch zunächst erfolglos.

 

Als dann am 4. April 1975 USAID dem FFAC eine Transportmöglichkeit für 230 Kinder am gleichen Nachmittag in einer US-Militärmaschine anbot, nahmen Rosemary Taylor und ihre enge Freundin Margaret Moses an. Letztere begleitete die Kinder und starb zusammen mit 78 Kindern und 6 weiteren Betreuerinnen, als die Militärmaschine wenige Minuten nach dem Start abstürzte.

 

Rosemary und dem übrigen FFAC Team blieb keine Zeit zu trauern, da neue Vereinbarungen getroffen werden mussten, um die überlebenden und die noch in den Heimen verbliebenen Kinder zu evakuieren. 324 Kinder mussten wieder für die Abreise vorbereitet werden, neuer Reiseproviant beschafft und die Identität der Babys, die den Absturz überlebt hatten, geklärt werden.

 

Rosemary Taylor sagte später über diese Zeit: „Wir mussten uns um die Lebenden kümmern; es gab keine Zeit, Gedanken auf die Tragödie zu verwenden. Ich war zu gelähmt, um etwas zu empfinden. Alle verbliebenen Betreuerinnen wussten, was zu tun war und verschwendeten so wenige Worte wie möglich.“

 

Einen Tag nach dem Absturz verließen die FFAC-Kinder mit Eskorte in einer gecharterten PanAm 747 Vietnam und landeten sicher in den USA.

 

Rosemary und 3 weitere Mitarbeiterinnen blieben in Saigon, wo sie Waisenkinder aus Heimen im gesamten Mekong Delta sammelten. Am 22. April 1975 weigerte Rosemary sich, ohne die angesammelten Waisenkinder evakuiert zu werden. Schließlich konnten die "neuen" 270 Kinder unter schwierigsten Bedingungen am 26. April in einem Cargo Flugzeug ausgeflogen werden.

 

Rosemary Taylor verließ Vietnam am 29. April in einem der letzten Hubschrauber, die von der amerikanischen Botschaft abhoben.

 

Die australische Regierung zeichnete Rosemary Taylor für ihre Verdienste um die Kinder von Vietnam aus.

 

1979 kehrte Rosemary mit FFAC nach Südostasien zurück, um Flüchtlingsprogramme und Projekte für Waisen-, behinderte und vernachlässigte Kinder zu unterstützen.

 

Die Zusammenarbeit mit terre des hommes wurde wieder aufgenommen. Frau Dr. Margot Weyer arbeitete besonders eng mit Rosemary Taylor zusammen. Es wurden Hilfsprojekte in Thailand, Kambodscha und Nepal ins Leben gerufen. In Thailand wurde auch wieder die  Adoptionsvermittlung als Einzelfallhilfe für verlassene Kinder neben den Hilfsprojekten zu einem weiteren Aufgabenbereich des FFAC. So wurde nach der Beendigung der Vermittlungstätigkeit von terre des hommes und Gründung von Eltern für Kinder e.V. Rosemary Taylor und der FFAC zu einem wichtigen Partner von Eltern für Kinder e.V. in Asien.

 

In Thailand und Kambodscha wurden Patenschaftsprogramme für verlassene und von Verlassenheit bedrohte Kinder initiiert. Diese Patenschaftsprogramme werden bis heute von Rosemary Taylor organisiert und überwacht.

 

Rosemary Taylor wurde von den Mitgliedern von Eltern für Kinder e.V. einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt.

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